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Mitarbeitende schützen: Strategien gegen Abwerbung im M&A-Prozess

Thomas Schröter • 4. Februar 2025

Mitarbeiter schützen: Strategien gegen Abwerbung im M&A-Prozess

Human Capital Assets sind wichtige Werttreiber beim Unternehmensverkauf. Doch neben finanziellen und strategischen Herausforderungen birgt der M&A-Prozess eine oft unterschätzte Gefahr: das Abwerben von Schlüsselmitarbeitern. Mitarbeiterabgänge in dieser sensiblen Phase können nicht nur die Transaktion gefährden, sondern auch den langfristigen Erfolg des Unternehmens beeinträchtigen.


Bewährte Strategien ihre Mitarbeitenden zu schützen

Unternehmer schilderten mir oft die Angst, wertvolle Mitarbeitende zu verlieren. Doch mit guter Vorbereitung und Berücksichtigung einiger Punkte im Prozess lässt sich dies vermeiden:

 

  1. Unternehmenskultur stärken
    Eine gute Unternehmenskultur und ein gefestigtes Team sind natürlich die besten Mittel, Abgänge zu vermeiden. Betonen Sie die Perspektiven, die das M&A-Projekt für die Mitarbeitenden bietet, und schaffen Sie ein positives Bild von der Zukunft des Unternehmens und der Mitarbeitenden.

  2. Vertraulichkeit ist entscheidend
    Schließen Sie Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDAs) mit allen Beteiligten ab, um sicherzustellen, dass Details über Mitarbeitende nicht missbraucht werden. Verwenden Sie anonyme und aggregierte Daten, wenn Informationen über das Team im Due-Diligence-Prozess geteilt werden.

  3. Frühe Einbindung der Mitarbeitenden
    Unsicherheiten sind Gift und treiben Abwanderungen voran. Durch Transparenz und frühzeitige Einbindung von Schlüsselpersonen kann Vertrauen aufgebaut werden. Deshalb kommunizieren Sie klar und ehrlich über den Prozess und die mögliche Zukunft des Unternehmens.

  4. Anreizprogramme bieten Motivation
    Anreizprogramme wie „Retention-Boni“ oder „Shadow Shares“ können eine zusätzliche Motivation bieten, in dieser Übergangsphase und danach an Bord zu bleiben.

     
  5. Käuferverpflichtungen vertraglich absichern
    Vereinbaren Sie „Nicht-Abwerbungs-Klauseln (Non-Solicitation). Diese verpflichten potenzielle Käufer, keine Abwerbeversuche zu starten – weder vor noch nach der Transaktion.

  6. Prozess professionell begleiten
    Ein erfahrener M&A-Berater hilft nicht nur bei der Transaktion, sondern kann auch Maßnahmen entwickeln, um Mitarbeitende zu schützen. Dazu gehört die Steuerung und Kontrolle des Informationsflusses, das Monitoring potenzieller Abwerbeversuche und die strategische Einbindung des HR-Teams in den Gesamtprozess.


Fazit: Human Capital Assets schützen

Mitarbeitende sind ein essenzieller Bestandteil des Unternehmenswerts – und damit ein entscheidender Faktor im M&A-Prozess. Unternehmen sollten daher frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um Abwerbungsversuche zu verhindern und ihr Team zu stärken. Mit einer Kombination aus rechtlichen, strategischen und kommunikativen Mitteln gelingt es, die Risiken zu minimieren und den Fokus auf den Erfolg der Transaktion zu lenken.


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M&A-Transaktionen waren schon immer komplex und aufwendig – nicht zuletzt aufgrund der intensiven Vorbereitung seitens des Verkäufers. Wird diese Vorbereitung vernachlässigt, können längere Prüfprozesse, unerkannte Risiken und letztlich Bewertungsabschläge die Folge sein. Heute zählt zudem die ESG-Due Diligence – also die systematische Prüfung von Nachhaltigkeitsaspekten – zunehmend zu den unverzichtbaren Bausteinen im M&A-Prozess. Doch was steckt genau dahinter und wie bereitet man sich optimal darauf vor? Gegenstand der ESG-Due Diligence Die ESG-Due Diligence erweitert die klassische Due Diligence, indem sie die Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens in den Bereichen Environmental, Social und Governance (ESG) untersucht. Ziel ist es, sowohl Risiken als auch Chancen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten aufzudecken. Insbesondere in der digitalen Wirtschaft, wo der ökologische Fußabdruck oft geringer ist als in der klassischen Industrie, rücken Themen wie digitale Verantwortung, Datenschutz, Cybersicherheit, ethische KI und faire Arbeitsbedingungen in den Vordergrund. Schwerpunkte der ESG-Due Diligence für Softwareunternehmen und IT-Dienstleister Environmental (Umwelt) Energieeffizienz & CO₂-Fußabdruck: Optimierung des Stromverbrauchs von Rechenzentren und Servern Einsatz erneuerbarer Energien in Hosting- und Cloud-Diensten Nachhaltige IT-Infrastruktur: Ressourcenschonende Softwareentwicklung durch effizienten Code IT-Geräte-Lifecycle-Management, Recycling-Strategien und der Einsatz refurbished Hardware Green IT: Nutzung nachhaltiger Cloud-Anbieter mit grünen Rechenzentren Social (Soziales) Datenschutz & IT-Sicherheit: Einhaltung relevanter Datenschutzgesetze (z. B. DSGVO, CCPA) Robuste Cybersicherheitsmaßnahmen und effektive Incident-Response-Prozesse Arbeitskultur & Mitarbeiterrechte: Förderung von Diversity, Equity & Inclusion (DEI) Etablierung moderner Remote-Work-Richtlinien und Maßnahmen zur Work-Life-Balance Ethische KI: Transparenz und Fairness in algorithmusgestützten Systemen Maßnahmen zur Vermeidung von Bias in KI-Anwendungen Lieferkettentransparenz: Prüfung der ESG-Konformität von Drittanbietern und Outsourcing-Partnern Governance (Unternehmensführung) Corporate Governance & Compliance: Implementierung von Whistleblowing-Richtlinien und Antikorruptionsmaßnahmen Transparente Berichterstattung und Vermeidung von Interessenkonflikten Lizenz- und Open-Source-Compliance: Überwachung der Nutzung von Open-Source-Software gemäß Lizenzvorgaben Vorbeugung rechtlicher Risiken durch saubere Lizenzierungspraktiken Stakeholder-Kommunikation & ESG-Reporting: Klare Darstellung der ESG-Strategie und Zielsetzungen Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten nach anerkannten Standards (z. B. GRI, SASB) Fallstricke und Herausforderungen Datenverfügbarkeit: Viele IT-Unternehmen verfügen über unstrukturierte ESG-Daten, insbesondere in Umweltfragen. Unterschätzung des Energieverbrauchs: Cloud-basierte Dienstleistungen können einen erheblichen CO₂-Fußabdruck verursachen. Regulatorische Unsicherheiten: Datenschutzgesetze und die aufkommende KI-Regulierung entwickeln sich rasant weiter. Komplexe Lieferketten: Global agierende Outsourcing-Partner oder die Zusammenarbeit mit Offshore Unternehmen erschweren die Prüfung der ESG-Compliance. Greenwashing: Unternehmen bezeichnen sich teils als „grün“, ohne belastbare Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen. Fazit Auch wenn Softwareunternehmen und IT-Dienstleister in klassischen Umweltkategorien oft geringere Belastungen aufweisen, stellen Datenschutz, Cybersicherheit, ethische KI und faire Arbeitsbedingungen zentrale ESG-Risiken dar. Eine umfassende ESG-Due Diligence muss daher alle diese Aspekte berücksichtigen. Investoren und Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass ESG-Faktoren erheblichen Einfluss auf die langfristige Wertentwicklung haben können. Die gute Vorbereitung bereits im Vorfeld des eigentlichen Transaktionsprozesses ist daher dringend zu empfehlen. Ein gezielter Transaktions-Readiness-Check sowie eine rechtzeitige Pre-Sale-Due Diligence helfen dabei, unnötige Hindernisse, Risiken und Bewertungsabschläge zu vermeiden und nachhaltigen Erfolg zu sichern.
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