Blog-Layout

Human Capital Assets: Erfolgsfaktor im Unternehmensverkauf

Thomas Schröter • 21. Januar 2025

Human Capital Assets: Erfolgsfaktor im Unternehmensverkauf

In IT-Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen stehen die Mitarbeitenden im Zentrum des Erfolgs. Ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihr Engagement machen den Unterschied – besonders dann, wenn das Unternehmen verkauft oder ein Investor einsteigt. Doch wie können diese "Human Capital Assets" gezielt hervorgehoben und wertsteigernd in den Verkaufsprozess eingebracht werden?

Fachliche Qualifikationen: Der unterschätzte Erfolgsfaktor
In vielen Unternehmen, insbesondere in etablierten Organisationen, wird die Dokumentation fachlicher Qualifikationen oft vernachlässigt. So bleibt eine "Projektleitung" einfach nur ein Titel, ohne dass moderne Weiterbildungen – etwa in agilen Projektmanagement-Methoden – nachgewiesen werden. Dies kann im Verkaufsprozess wertvolle Punkte kosten.

Regelmäßige Schulungsprogramme bieten hier eine einfache und effektive Lösung. Sie stellen sicher, dass die fachlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden aktuell bleiben, und schaffen gleichzeitig eine Grundlage für die Dokumentation von Zertifizierungen. Diese Dokumentation sollte systematisch gepflegt werden, um jederzeit einen Überblick über die Stärken und Qualifikationen des Teams zu haben.

Soft Skills: Eine besondere Herausforderung
Die Darstellung der Soft Skills eines Teams ist deutlich anspruchsvoller. In einem unserer Projekte – dem Verkauf eines Software-Beratungsunternehmens – haben wir anonymisierte Ergebnisse zertifizierter Persönlichkeitstests in die Verkaufsunterlagen integriert. Dies erfolgte selbstverständlich mit Zustimmung der Mitarbeitenden und unter Einhaltung strenger Datenschutzrichtlinien.

Zertifizierte Verfahren wie das Big-Five-Persönlichkeitsmodell, der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI), das DISC-Modell oder das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP) eignen sich besonders, um Stärken und Entwicklungspotenziale der Teams zu identifizieren. Wichtig ist dabei, mit erfahrenen Testleitern zu arbeiten und auf Verfahren zu setzen, die den geltenden Datenschutz- und Antidiskriminierungsrichtlinien entsprechen.

Fazit: Qualifikationen und Persönlichkeit zählen doppelt
Regelmäßige Qualifizierungen zahlen sich doppelt aus: Sie überzeugen Kunden und steigern den Unternehmenswert im Verkaufsprozess. Gleichzeitig fördern sie die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden – ein Gewinn für alle Beteiligten.

Die systematische Erfassung und Dokumentation von fachlichen Kompetenzen und Soft Skills schafft nicht nur Transparenz, sondern zeigt auch das Entwicklungspotenzial eines Unternehmens auf. So lassen sich Human Capital Assets gezielt in den Vordergrund rücken und strategisch als wertsteigernde Faktoren nutzen.

von Thomas Schröter 28. Februar 2025
Gemeinsam mit hochkarätigen M&A-Expert:innen aus Konzernen, Mittelständischen Unternehmen, Geschäftsbanken, Private Equity-Gesellschaften und der Beratung haben wir die neuesten Entwicklungen im M&A-Geschehen intensiv durchleuchtet – praxisnah, fundiert und immer aus mehreren Perspektiven.
von Thomas Schröter 24. Februar 2025
M&A-Transaktionen waren schon immer komplex und aufwendig – nicht zuletzt aufgrund der intensiven Vorbereitung seitens des Verkäufers. Wird diese Vorbereitung vernachlässigt, können längere Prüfprozesse, unerkannte Risiken und letztlich Bewertungsabschläge die Folge sein. Heute zählt zudem die ESG-Due Diligence – also die systematische Prüfung von Nachhaltigkeitsaspekten – zunehmend zu den unverzichtbaren Bausteinen im M&A-Prozess. Doch was steckt genau dahinter und wie bereitet man sich optimal darauf vor? Gegenstand der ESG-Due Diligence Die ESG-Due Diligence erweitert die klassische Due Diligence, indem sie die Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens in den Bereichen Environmental, Social und Governance (ESG) untersucht. Ziel ist es, sowohl Risiken als auch Chancen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten aufzudecken. Insbesondere in der digitalen Wirtschaft, wo der ökologische Fußabdruck oft geringer ist als in der klassischen Industrie, rücken Themen wie digitale Verantwortung, Datenschutz, Cybersicherheit, ethische KI und faire Arbeitsbedingungen in den Vordergrund. Schwerpunkte der ESG-Due Diligence für Softwareunternehmen und IT-Dienstleister Environmental (Umwelt) Energieeffizienz & CO₂-Fußabdruck: Optimierung des Stromverbrauchs von Rechenzentren und Servern Einsatz erneuerbarer Energien in Hosting- und Cloud-Diensten Nachhaltige IT-Infrastruktur: Ressourcenschonende Softwareentwicklung durch effizienten Code IT-Geräte-Lifecycle-Management, Recycling-Strategien und der Einsatz refurbished Hardware Green IT: Nutzung nachhaltiger Cloud-Anbieter mit grünen Rechenzentren Social (Soziales) Datenschutz & IT-Sicherheit: Einhaltung relevanter Datenschutzgesetze (z. B. DSGVO, CCPA) Robuste Cybersicherheitsmaßnahmen und effektive Incident-Response-Prozesse Arbeitskultur & Mitarbeiterrechte: Förderung von Diversity, Equity & Inclusion (DEI) Etablierung moderner Remote-Work-Richtlinien und Maßnahmen zur Work-Life-Balance Ethische KI: Transparenz und Fairness in algorithmusgestützten Systemen Maßnahmen zur Vermeidung von Bias in KI-Anwendungen Lieferkettentransparenz: Prüfung der ESG-Konformität von Drittanbietern und Outsourcing-Partnern Governance (Unternehmensführung) Corporate Governance & Compliance: Implementierung von Whistleblowing-Richtlinien und Antikorruptionsmaßnahmen Transparente Berichterstattung und Vermeidung von Interessenkonflikten Lizenz- und Open-Source-Compliance: Überwachung der Nutzung von Open-Source-Software gemäß Lizenzvorgaben Vorbeugung rechtlicher Risiken durch saubere Lizenzierungspraktiken Stakeholder-Kommunikation & ESG-Reporting: Klare Darstellung der ESG-Strategie und Zielsetzungen Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten nach anerkannten Standards (z. B. GRI, SASB) Fallstricke und Herausforderungen Datenverfügbarkeit: Viele IT-Unternehmen verfügen über unstrukturierte ESG-Daten, insbesondere in Umweltfragen. Unterschätzung des Energieverbrauchs: Cloud-basierte Dienstleistungen können einen erheblichen CO₂-Fußabdruck verursachen. Regulatorische Unsicherheiten: Datenschutzgesetze und die aufkommende KI-Regulierung entwickeln sich rasant weiter. Komplexe Lieferketten: Global agierende Outsourcing-Partner oder die Zusammenarbeit mit Offshore Unternehmen erschweren die Prüfung der ESG-Compliance. Greenwashing: Unternehmen bezeichnen sich teils als „grün“, ohne belastbare Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen. Fazit Auch wenn Softwareunternehmen und IT-Dienstleister in klassischen Umweltkategorien oft geringere Belastungen aufweisen, stellen Datenschutz, Cybersicherheit, ethische KI und faire Arbeitsbedingungen zentrale ESG-Risiken dar. Eine umfassende ESG-Due Diligence muss daher alle diese Aspekte berücksichtigen. Investoren und Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass ESG-Faktoren erheblichen Einfluss auf die langfristige Wertentwicklung haben können. Die gute Vorbereitung bereits im Vorfeld des eigentlichen Transaktionsprozesses ist daher dringend zu empfehlen. Ein gezielter Transaktions-Readiness-Check sowie eine rechtzeitige Pre-Sale-Due Diligence helfen dabei, unnötige Hindernisse, Risiken und Bewertungsabschläge zu vermeiden und nachhaltigen Erfolg zu sichern.
von Thomas Schröter 4. Februar 2025
Human Capital Assets sind wichtige Werttreiber beim Unternehmensverkauf. Deshalb sind Strategien gegen Abwerbung im M&A-Prozess unerlässlich. Hier einige Punkte, die man berücksichtigen sollte.
M&A-Abschluss: Warum der Jahreswechsel entscheidend sein kann
von Thomas Schröter 31. Dezember 2024
In vielen Fällen spielen steuerliche Überlegungen eine wichtige Rolle bei der Planung von Unternehmensverkäufen. Ein Abschluss vor Jahresende kann erhebliche Vorteile mit sich bringen – sowohl für Käufer als auch für Verkäufer. In einem Projekt konnten wir diese Dynamik erfolgreich nutzen:
von Thomas Schröter 18. Dezember 2024
M&A als Wachstumstreiber Ein Unternehmer kam auf mich zu. Sein mittelständisches Softwareunternehmen hatte Schwierigkeiten, das nötige Kapital für Wachstum zu sichern: VCs forderten höhere Wachstumsraten, Banken verweigerten Kredite, und die Internationalisierung aus eigener Kraft war zu langsam. Gemeinsam entwickelten wir eine Strategie, um einen strategischen Partner zu finden. Das Ergebnis: Der Verkauf an ein US-amerikanisches Softwareunternehmen eröffnete nicht nur neue Märkte, sondern verschaffte dem Unternehmen die nötigen Ressourcen für nachhaltiges Wachstum. M&A als Lösung für die Nachfolge Die Nachfolgeregelung ist eine weitere zentrale Herausforderung. In einem Fall entschied sich die Tochter eines meiner Mandanten gegen die Übernahme seiner IT-Beratung. Interne Kandidaten kamen ebenfalls nicht in Frage, und für ein Management-Buy-in fanden sich keine passenden Manager. Durch eine fokussierte Suche fanden wir einen Käufer, der das Unternehmen mit seinem Expertenteam erfolgreich übernahm. Der Unternehmer konnte beruhigt in den Ruhestand gehen, während Mitarbeiter und Kunden von der neuen Führung profitierten. Fazit: Frühzeitig strategisch denken Für IT-Unternehmen, die wachsen oder eine Nachfolgeregelung anstreben, ist M&A ein entscheidender Erfolgsfaktor. Ein erfahrener Berater hilft, frühzeitig Optionen zu identifizieren, strategische Ziele zu definieren und den Verkaufsprozess optimal vorzubereiten. So wird M&A die Grundlage für eine Win-Win-Situation und zum Schlüssel für langfristigen Erfolg – für alle Beteiligten.
Share by: